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Öffentliches Hearing zu sexuellem Kindesmissbrauch im Sport bewegt

Das 4. Öffentliche Hearing zum Thema „Sexueller Kindesmissbrauch im Sport“ ließ am Dienstag (13.10.2020) in der Berliner Akademie der Künste Betroffene von sexuellem Missbrauch im Sport zu Wort kommen. In beeindruckenden Beiträgen schilderten Betroffene ihre Erfahrungen und diskutierten gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Sport und Politik.

Egal ob Breiten- oder Spitzensport – auch der Sport hat als Teil der Gesellschaft mit sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen und der Tabuisierung der Vorfälle zu kämpfen. Das Hearing der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ hinterfragte und erläuterte, welche Strukturen im Sport Missbrauch begünstigen und wie man mit betroffenen Kindern und Jugendlichen umgegangen ist. Auch die Frage, wie diese Strukturen ein Umfeld schaffen konnten, welches sexuellen Missbrauch zuließ und die Betroffenen oftmals auch alleine ließ, wurde diskutiert. Ebenso im Fokus stand, warum es für viele ehemalige Sportlerinnen und Sportler eine große Überwindung war und ist über sexuelle Gewalt zu sprechen und wie es den Betroffenen heute geht.

Für den organisierten Sport sprach Dr. Petra Tzschoppe als DOSB-Vizepräsidentin und zeigte sich sehr bewegt über die Schilderungen. Stellvertretend für den organisierten Sport in den 90.000 bundesweiten Vereine entschuldigte sich Tzschoppe bei den Opfern von sexueller Gewalt und kündigte an, mit dem DOSB weitere Schritte der Aufarbeitung zu gehen und neben der Prävention auch die Aufarbeitung von sexueller Gewalt zu stärken. Dieser Weg könne nur in einem Verbund von Maßnahmen beschritten werden. 

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) und die Deutsche Turnerjugend (DTJ) begrüßen das Öffentliche Hearing sehr. Der DTB und die DTJ setzen sich für einen gewaltfreien Sport ein, denn Turnvereine sollen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche sicher Sport treiben können. Der Deutsche Turner-Bund möchte eine Kultur des Hinsehens und Handelns etablieren und hat dazu im Juli ein umfangreiches Präventionskonzept gegen jegliche Formen von Gewalt, insbesondere sexualisierter, veröffentlicht.

Mit den Erkenntnissen und Forderungen des Hearings werden sich das Präsidium des DTB und der Vorstand der DTJ intensiv auseinandersetzen und weitere Anregungen zeitnah in die Umsetzung bringen. Der DTB und die DTJ möchten das Thema sexualisierte Gewalt im Sport enttabuisieren und Betroffene dazu ermutigen, sich zu äußern.

Als Dachorganisation der Turnvereine im Saarland nehmen der Saarländische Turnerbund (kurz: STB)  und die Saarländische Turnerjugend (kurz: STJ)  ihre Verantwortung für die Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt wahr. 
Dabei gilt das Präventions- und Interventionskonzept des Deutschen Turner-Bundes. STB und STJ sprechen sich in der Satzung (beschlossen am 20.09.2019) und der Jugendordnung (beschlossen am 21.03.1993) ausdrücklich gegen jede Form von Gewalt aus. STB und STJ sind dabei, ein eigenes Präventions- und Interventionskonzept zu erarbeiten. Dieses soll die Grundlage bilden für Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport sowohl auf Verbandsebene als auch flächendeckend verankert im organisierten Sport in den saarländischen Turnvereinen.

Alle weiteren STB-Informationen und Hilfen zum Thema sexualisierte Gewalt

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs